Gynäkologie



Ohrakupunktur - Behandlungsstrategien bei Störungen des Urogenitalsystems und bei gynäkologischen Beschwerden

Michael Noack (Berlin)

Krankheiten sind prozesshafte Geschehen im Menschen. Soweit sind wir uns sicher einig. Die „Krankheitsbezeichnungen“ der Schulmedizin beziehen sich in der Regel nur auf die Symptome, auf die Zeichen, die der erkrankte Mensch produziert. Die differentialdiagnostischen Betrachtungen dieser Symptome führen natürlich zu ständig neuen, differenzierteren Einblicken in das jeweilige Geschehen und der große Respekt vor diesen Abläufen im Mikrobereich führt offenbar zu dem Irrtum, auf diese Weise die zu behandelnde Krankheit erkannt zu haben. Je geringer der Abstand zum Geschehen um so Furcht einflößender ist das, was zu sehen ist.  Und doch, was für eine Tragik, sie haben nur das Symptom betrachtet und nicht die Krankheit. Und so behandeln sie auch das Symptom und nicht den ganzen Menschen.

 „Alles, was der Arzt wirklich Krankhaftes und zu Heilendes an Krankheiten finden kann, besteht bloß in den Beschwerden des Kranken und in den an ihm bemerkbaren Veränderungen seines Befindens, mit einem Wort, nur in der Gesamtheit der Symptome“, sagt Hahnemann.

Das Problem besteht jetzt meines Erachtens in der Erfassung der wichtigen, an einem komplexen Krankheitsgeschehen beteiligten Faktoren (Symptome). Selbst so profunde naturheilkundliche Therapien wie die Chinesische Akupunktur oder die Homöopathie haben hier unterschiedliche Denkansätze (Unterschied: Agens und Causa). Eines aber ist ihnen gemeinsam, nämlich: im Unterschied zu den überdifferenzierten Diagnoseverfahren der Schulmedizin ist die Diagnostik der Naturheilverfahren relativ einfach, - denn sie erfasst alle Zeichen, die von außen objektiv wahrnehmbar sind. 

Die Ohrakupunktur, das heißt, unsere besondere Strategie über das Ohr zu betrachten und zu therapieren, ist eine Möglichkeit die Zusammenhänge logisch zu betrachten und als Ganzes zu behandeln. Den Weg zu diesen Möglichkeiten weisen zwei Beobachtungen, die NOGIER zu seiner Zeit machte.

1. Der Körper bildet sich im Ohr mit einer gewissen Logik ab. Allerdings steht er hier quasi auf dem Kopf. (Abb.1.)

Mann im Ohr

Keimblattebenen

Abb. 1 : Der Körper im Ohr

Abb. 2: Keimblattebenen

Das erfolgt zusätzlich in einer nachvollziehbaren Logik. Die Organe bilden sich entsprechend ihres entwicklungsgeschichtlichen Ursprungs auf Keimblattebene ab.
In der CONCHA werden alle inneren Organe, die sich aus dem entodermalen Keimblatt ableiten lassen, abgebildet.  Nach Chinesischer Auffassung wäre das die komplette Palette der Organe des Dreifacherwärmers.
Im Bereich der ANTHELIX mit den beiden Anthelixwurzeln, der FOSSA TRIANGULARIS und der SCAPHA bilden sich Bänder, Sehnen, Muskeln, Bindegewebe und Haut die mesodermalen Ursprungs sind, ab. Und auf der HELIX bildet sich das Nervensystem, das ektodermalen Ursprungs ist, ab (Abb.2.).

2. Chronisches  Krankheitsgeschehen stellt sich im Ohr geometrisch, d.h. in Form von linear geordneten Punkten als ein Segment oder wie LANGE sagt, als Arbeitsstrahl, dar. 

Bereits in seinen ersten Veröffentlichungen wies NOGIER darauf hin, dass sich im Krankheitsfalle nicht nur mehrere Punkte des betroffenen Organs oder Organsystems, sondern auch die kausalen Zusammenhänge einer körperlichen Störung auf einer Energielinie im Ohr widerspiegeln.
Besonders behandlungswirksam, so fand er heraus,  zeigten sich solche   ”Behandlungslinien”,  wenn sie durch den 0-Punkt verliefen und ihr Endpunkt sich auf der Helixkrempe befand. Erstaunlicher Weise waren die Behandlung ergänzender Ohrrandpunkte, sog. „Korrespondenzpunkte“, auf der Helixkrempe oder in der Rinne davor gelegen, wiederum so gelagert, dass sie einen Winkel von 30 Grad (oder 60 bzw. 90 Grad) zur ursprünglichen Behandlungslinie bildeten. In der praktischen Arbeit mit diesen Behandlungslinien stellte es sich heraus, dass tatsächlich alle sich auf einer solchen Linie befindlichen Punkte, sofern sie virulent waren, zu einem Krankheitsgeschehen zuzu Arbeitsstrahlordnen waren.

Abb. 3: Der Arbeitsstrahl

Welche gravierende Bedeutung die Erkenntnis über die geometrische Abbildung von Krankheiten im Ohr hatte, zeigt sich, wenn wir uns die Areale des Ohres und ihre sich hier abbildenden Organe und Organsysteme nochmals vor Augen führen. 
Wenn also die auf einer Behandlungslinie (vom 0-Punkt zum Ohrrand) gefundenen Punkte zusammen mit den Korrespondenzpunkten ein Krankheitsgeschehen widerspiegeln, dann werden bei deren Behandlung auch alle drei Keimblattebenen erreicht. Dies ist wohl letztlich die Ursache für die weitreichenden therapeutischen Möglichkeiten, die sich uns durch die Ohrakupunktur erschließen. Die Bedeutung liegt vor allem darin, dass sich hier ein ganzes Segment als Krankheitszusammenhang für die Diagnose und für die Behandlung erschließt.

Wie die Behandlung dann aussieht, d.h. welche Punkte beachtet werden müssen und welche nicht, entscheidet das, was sich aus der Feststellung der Behandlungslinie und der visuellen Wahrnehmung von Strukturen und Zeichen im Ohr ablesen lässt. Natürlich haben wir, bevor wir ins Ohr gehen, eine Anamnese gemacht. Aber die Umsetzung unserer Erkenntnisse in eine Behandlungsstrategie wird allein durch das im Ohr Vorgefundene bestimmt und ein ganz bestimmtes Untersuchungs- bzw. Behandlungskonzept  hilft uns bei der Entscheidung über Richtig oder Falsch, über Notwendig oder Nebensächlich

Die Abbildung von gynäkologischen Störungen im Ohr

Die wesentlichen Organ- und Steuerpunkte und deren Areale im Ohr, in denen sie sich im Falle einer gynäkologischen Erkrankung abbilden könnten, werden nachfolgend dargestellt. Die Aufzählung ist so vollständig wie möglich. Keinesfalls sind alle hier aufgeführten Punkte zu behandeln, sondern nur jene, die sich angesichts des konkreten Falles im Ohr abbilden.
Sofern solche Punkte nicht bereits im Rahmen des Behandlungskonzeptes aufgefunden und behandelt wurden, sind sie im Fall einer mess 75. Endokrinum und Genitalienbaren Abbildung zusätzlich zu behandeln

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abb. 4. Wesentliche Ohrpunkte und Areale bei Störungen in den Bereichen Sexualität,
             Schwangerschaft, Geburt und Klimax

(19) ACTH Punkt

Indikationen: Hypertonie, Aufregung
LANGE bezeichnet ihn als Anti-Hypertoniepunkt. In der Literatur findet sich auch die Bezeichnung valium-analoger Punkt.

(22) Zone des Endokrinum

Indikationen: Störungen der hormonellen Steuerung, gynäkologische Erkrankungen, Hauterkrankungen, Allergien, Asthma bronchiale, Erkrankungen der ableitenden Harnwege, Gelenkentzündungen periphere Durchblutungsstörungen  usw.
Nach KRACK  liegt in dieser Zone ein endokriner Befehlspunkt, der Punkt Y (“Aktivierende hormonelle Energie” entsprechend  San Jiao)). Nach NOGIER entspricht sie den Punkten „Point thyriodien“, Point parathyriodien“ und „Hypophyse“.

(23) Ovar

Indikationen: weibliche Sexualfunktionsstörungen, Gelenkerkrankungen, Hauterkrankungen, Migräne, klimakterische Beschwerden und, und , und
Der Punkt ist ergänzend bei Gelenkerkrankungen, Hauterkrankungen, Migräne, klimakterische Beschweren usw. zu behandeln. Bei Menorrhagie und verspäteter Menses wird dieser Punkt mit einer Goldnadel und bei Metorrhagien und zu früh einsetzender Regel mit einer Silbernadel innerviert.
Der Zusammenhang  solcher Beschwerden mit Störungen im endokrinen Bereich  muss Beachtung finden. Man sollte bei solchen Störungen den Punkt 22 (Endokrinum) in die Behandlung einbeziehen.
LANGE regt an, ihn im Zusammenhang mit Sexualneurosen und zyklusabhängigen Beschwerden der Frau zu verwenden. Nach NOGIER ist dieser Punkt der MEISTERPUNKT DER GENITALIEN (29) und hat Wirkung auch auf die äußeren Genitalien.

(26 A) Thalamus

Indikationen: Allgemeiner Analgesiepunkt (hat auch Bedeutung bei Phantomschmerzen), wirkt bei Gelenkrheuma (Gold), Blutdruck senkend (Gold), Blutdruck steigernd (Silber), Lähmungen, nervöser “Tick” usw.
Der Punkt soll nicht bei Schwangerschaft gestochen werden.

(55) Shen men

Indikationen: Tachycardie,  Arrhythmie, Unruhe, Aufregung, Schlaflosigkeit, Hysterie; - die Behandlung dieses Punkts hat auch schmerzhemmende Wirkung.
Hinweis: Der Punkt Shen men oder “Tor der Götter” entspricht in seiner Wirkung dem Punkt Herz 7 der Klassischen Chinesischen Akupunktur.  Er wirkt er sedierend auf alle YANG-Zustände!

(56) Cavum pelvis

Indikationen: schmerzhafte Zustände und Entzündungen in der Beckenregion.

(58) Uterus

Indikationen: Gynäkologische Beschwerden, Migräne, Impotenz
Hinweis: Anregung der Wehentätigkeit zusammen mit dem Shen men (55)

(59) Blutdrucksenkender Punkt

Indikationen: Hypertonie
Hinweis: Der Punkt ist sehr wirksam, wenn man ihn zusammen mit den Punkten 19, Ohrspitze (78) und Thalamus (26A) behandelt. Siehe auch: Bluthochdruckpunkt (19.  Der wird auch als  “Anti-Hypertoniepunkt” geführt. In der franz. Schule wird ein Punkt an dieser Stelle als “ACTH-Punkt” bezeichnet.

(79) Äußere Genitalien

Indikationen: Orchitis, Ejakulatio praecox, Impotenz, Harnretention, Zusatzpunkt bei Migräne
Hinweis: Diese Lokalisation entspricht der chinesischen Ohrtopographie nach Schrecke/Wertsch und ist identisch mit Punkt 641 nach KRACK.
Aus französischer Sicht (Bourdiol) bilden sich die äußeren Genitalien differenzierter ab. So finden sich “Vagina” und “Klitoris” bzw. “Penis” auf dem Areal der aufsteigenden Helix zwischen dem Nullpunkt und dem Kopfansatz sowie  parallel dazu an der Innenseite der aufsteigenden Helix in der Kurvatur zur Hemiconcha superius - “Hoden” bzw. “Ovar 1” und “Uterus 2”.
NOGIERs Gonadenpunkt (8) ist offenbar identisch mit dem Punkt “Hoden” bzw. “Ovar” nach BOURDIOL. Seine Lage ist die Innenseite (zur Hemiconcha superior gelegen) der ansteigenden Helix etwa nach einem Drittel des Abstandes zwischen dem Nullpunkt und dem Schnittpunkt von ansteigender Helix und der oberen Anthelixwurzel.
Während die Punkte “äußere Genitalien” bzw. “Vagina”, “Klitoris” bzw. “Penis” und der “Gonadenpunkt” Organpunkte sind, handelt es sich beim “Uteruspunkt” eher  um einen Steuerungspunkt. Das Organ „Uterus“ bildet sich in der Fossa triangularis unmittelbar in Höhe des Schnittpunktes der Unteren Anthelixwurzel mit der Helixkrempe ab.
Interessant ist auch die Ansicht BAHRs, der  Störungen dieses Bereichs über den  „Frustpunkt“ (siehe dort) behandelt.

(92) Blase

Indikationen: Entzündungen und Schwäche des Urogenitaltraktes, renale Ödeme, Reizblase, Zystitis, Inkontinenz

(93) Prostata

Indikationen: Prostatitis, urogenitale Störungen, Incontinentia, psychosomatische Störungen mit Auswirkungen auf die Potenz

(95) Nierenzone

Indikationen: a) alle funktionellen Erkrankungen des Urogenitalsystems und der Nebennieren
b) Gelenkerkrankungen, Schlafstörungen, Neurasthenie, Migräne, Menstrualstörungen, Ohrerkrankungen, Schwindel, Bluthochdruck, Erkältungen, Angst
 In diesem Zusammenhang sollte man auch die Punkte: 472 “Ödeme” und  643/644 “Toxinausschwemmung” nach KRACK beachten. Sie befinden sich in unmittelbarer Nähe des Nierenpunktes, werden aber nicht gesondert dargestellt.
NOGIER hat gegenüber der oben beschriebenen Nierenprojektion die Lokalisation der Niere im Inneren des Helixrandes, im Bereich der aufsteigenden Helix zwischen den Anthelixwurzeln gefunden. Neben seinen praktischen Erfahrungen mit dem Punkt an dieser Stelle dürfte auch die Erkenntnis, dass die Niere hinsichtlich ihrer embryonalen Entwicklung dem Mesoderm zuzurechnen ist, diese Feststellung stützen. Die Wirksamkeit der Zone 95  in der Concha bei Nierenerkrankungen ist jedoch durch die Praxis erprobt und bewiesen. Es ist einfach so! LANGE weist ja auch immer wieder darauf hin, dass sich die Symptome der Organerkrankungen in den Segmenten je nach ihrem kausalen Zusammenhängen an verschiedenen Stellen im Ohr darstellen.
Die von NOGIER angegebene Zone (14) erklärt sich als eine Organzone, als die Zone des Nierenparenchyms und die in der Concha befindliche Nierenzone (95) als eine funktionelle Nieren-, Nebennierenzone (LANGE). Die therapeutischen Einwirkungen an dieser Stelle (95) haben nach meinem Verständnis Auswirkungen auf den gesamten Funktionskreis der Nieren und Nebennieren.

(97) Leber

Indikationen: Hepatopathien, Meteorismus, hämatologische Erkrankungen, Leberstoffwechselstörungen
Die Punkte 96 und 97 gehören mit in diese Zone und werden mit dem Punkt Leber als funktionelles System betrachtet. Im linken Ohr ist die Leberzone wesentlich kleiner und wird nur bei funktionellen Störungen behandelt. Hier nehmen  Milz und Pankreas den größten Raum an dieser Stelle ein. Siehe auch: (76,77) Leber I und II
Lage: auf dem Helixrand, über und unter dem Tuberculum Darwini.
Indikationen: Lebererkrankungen und Folgen von Leberstoffwechselstörungen
Hinweis: Mindestens einer der Punkte liegt bei Leber- oder Gallengeschehen auf dem entsprechenden Behandlungsstrahl und wird in diesem Falle zwingend mitbehandelt.

Gynokologische Erkrankungen sind fast immer in einem psychosozialen Zusammenhang entstanden. Und so muss man sich bei der Behandlung derselben immer ins Gedächtnis rufen, dass jeder Pathologie ein Prozess vorangeht. Diesen abzubilden, kommt man ohne weitere Organpunkte und insbesondere ohne vegetative und psychotrope Punkte nicht aus. Hierzu gehören Herz, Polster, Point de Jerome, Graue Substanz, Vegetativum I, Vegetativum II, die Omega- Punkte,  Anti-Aggression und weitere.

 

Behandlungsbeispiele

Die nachfolgend aufgeführten  Behandlungsbeispiele beschreiben folglich zwar das vorgefundene Bild jeweils realer Fälle, sind aber keine Rezeptur für zukünftige Behandlungen. Sie zeigen den Behandlungsweg in der akuten Situation bei der behandelten Person.  Die absolut gleiche Krankheitssituation finden Sie nicht mehr vor. Die nächste Patientin ist ein neuer Fall. Immer gehen Sie nach dem, was sich Ihnen tatsächlich im Ohr darbietet.

1. Frigidität

Die Patientin ist 50 Jahre alt und leidet unter Haarausfall. Dieser Umstand führt sie eigentlich auch in meine Praxis. Bei der Anamnese zeigt es sich, dass sie recht komplexe soziale und körperliche Probleme hat, die ihr über den Kopf wachsen.

  • Sie haben ein Haus gebaut und die Belastungen werden ihr immer bedrohlicher. Sie sieht müde aus und fühlt sich abgespannt und überfordert, kann sich jedoch nicht entspannen.
  • Alles ist zu viel.
  • Sie weint im Verlaufe der Befragung immer wieder wenn sie Ihre Probleme schildert.
  • Seit geraumer Zeit sind ihr die sexuellen Annäherungen ihres Mannes außerordentlich unangenehm. Berührungen sind teilweise (z.B. im Bereich der Brust ) schmerzhaft. 
  • Sie hat Wallungen, die Regelblutung ist spät und spärlich. Vor der Regel hat sie schreckliche Kopfschmerzen. Sie hat das Gefühl, als ob im Bauch alles nach unten dränge. Die vaginalen Schleimhäute sind trocken. Der Koitus ist schmerzhaft.
  • Ihr ist häufig übel. Besonders morgens vor dem Frühstück. Das Essen bessert dann.
  • Die Leber ist druckempfindlich. Sie kann nicht auf der rechten Seite liegen.
  • Bewegung bessert alle Beschwerden.
  • Sie hat Rückenschmerzen im BWS Bereich und Hüftprobleme auf der linken Seite.

136. Haarausfall, rechtes Ohr

135. Haarausfall, linkes Ohr

 

 

 

 

Die Akupunktur hatte bereits nach der ersten Behandlung Erfolg. Die Patientin war wesentlich gelöster, nach dem sie in Tränen ausgebrochen war. Nach der dritten Behandlung konnte sie ihre Problem beherrschen und brach daher die Behandlung ab. Unklar blieb, ob der Haarausfall nachhaltig gebssert war. Dieses Thema wurde gar nicht mehr angesprochen.

2. Sterilität

Die Patientin ist Ende 30. Die Frau ist seit 10 Jahre verheiratet und war nie schwanger. Ein Arzt hat ihr Sterilität bescheinigt.

Sie beschreibt sich als mürrisch, gereizt; ruhelos. Sie leidet unter einer ständigen nervösen Erregung und einer zittrige Schwäche am ganzen Körper.

Gegenwärtig leidet sie unter einer akuten HWS-Verspannung mit heftigem Ziehen im
M. sternocleidomastoideus. Der Schmerz zieht den Kopf nach links.

Sie hat häufig Kopfschmerzen mit anfallsartigen, sehr heftigen Schmerzen in den Schläfen, als würden sie zusammengepresst. Sehr häufig bekommt sie das in Verbindung mit der Regel. Da geht es ihr ganz schlecht. Sie klagt dann über Magenkrämpfe und Uterusreizungen vorher und während über hysterische Konvulsionen mit krampfhaftem Erbrechen und extremer Übelkeit.

Die Regel selbst ist unterschiedlich stark, aber immer lange. Sie klagt über ständigen Ausfluss. Sie sagt, sie habe schon als kleines Mädchen unter Fluor gelitten.
Sie leidet unter rheumatischen Schmerzen in Fingern, Knöcheln, Füßen und Zehen, aber auch in den Handgelenken. Sie wandern und verschlimmern sich nachts. Die Finger sind auffallend steif.

141. Sterilität, rechts

140. Sterilität, links

 

 

 

 

 

 

 

3. Fal3.  Impotenz

Der Patient ist 56 Jahre alt. Er beschreibt seine mentale Situation als leicht erregbar. Er ist unzufrieden und schnell ärgerlich. Insbesondere belastet ihn sein „Versagen“ in sexueller Hinsicht. Er hat Phasen erhöhten Verlangens, ohne sie realisieren zu können. Sein Penis ist geschrumpft und kalt. Er hat keine oder nur kurze Erektionen, allerdings kommen sie in Phasen erhöhten Verlangens doch auch bei geringsten Anlass und sehr häufig. Falls er es zum Verkehr bringt, hat er einen zu raschen Erguss.

Der Bauch ist voller Luft. Er fühlt sich wie in der angeschwollen. Nahrungsaufnahme führt zu Auftreibung und Völle. Nach den Mahlzeiten leidet er unter extrem starken Ermüdungen. Er kann dann am Schreibtisch einschlafen und hält sich nur mühsam wach. Dafür ist der Nachtschlaf leicht und durch bedrohliche Träume gestört. Außerdem hat er nachts starkes Herzklopfen. Er schläft mit erhöhtem Kopf, sonst bekommt er zuwenig Luft.

Generell spürt er ständig einen beängstigenden Druck in der  Herzgegend. Sein Blutdruck liegt bei 150:108. Der Puls ist niedrig und sinkt mitunter auf 40 Schläge ab.

Er hat häufig heftige Muskelschmerzen in den Oberarmen, insbesondere der rechten Seite. Die Haut ist trocken. Er hat starke Hornhaut an den Füßen.

143. Impotenz, rechts

142. Impotenz, links

4. Schwangerschaft / Hyperemesis (unstillbares Erbrechen)

Das unstillbare Erbrechen der Schwangeren kann schlimme Formen annehmen. Eine junge Patientin, 26 Jahre, im 3. Monat schwanger kommt mit einer solchen Hyperemesis in die Praxis. Sie ist schmal und blass und wirkt sehr anämisch, was offenbar nicht nur auf ihr gegenwärtiges Leiden zurückzuführen ist. Aus der Anamnese wird klar, dass bei ihr eine grundsätzlich nervöse Disposition, eine Schwäche des vegetativen Nervensystems vorliegt. Sie reagiert schnell. So krampfhaft, wie sich das Erbrechen darstellt, so krampfhaft zeigten sich seit ihrer Kindheit auch Anfälle von Bronchitis.

Sie schildert eine beständige Übelkeit und Ekel vor allem. Das Erbrechen bzw. Würgen ist auch da, wenn sie nichts gegessen hat. Es bringt keine Erleichterung. Sie ist erschöpft und reizbar. Nebenbei hat sie Durchfall. Hände und Füße sind feucht und kalt, obwohl sie sich innerlich  heiß fühlt. Jede Bewegung verschlimmert ihren Zustand. Ruhe bessert.

147. Hyperemesis, rechts

146. Hyperemesis, links

5. Bartholinithis

Die Patientin, 38 Jahre alt, klagt über eine rechtsseitige Entzündung der bartholinischen Drüse. Es handelt sich um einen chronisch rezidivierenden Vorgang. Jetzt hat sie wieder eine akute und schmerzhafte Entzündung.

Weiter klagt sie über eine starke Tagesmüdigkeit, die ihr sehr zusetzt. Zusätzlich hat sie rechtsseitige Visusprobleme, d.h. sie hat rechts ein spürbar eingeschränktes Sichtfeld.

Sie friert schnell und mag alles warm. Das Haar ergraut bereits. Sie hat trockene Haut, viel Hornhaut und klagt über Schuppen.

Nach dem Essen ist sie völlig geschafft. Sie hat dann einen stark angeschwollenen Blähbauch.

Die Menses ist stets zu spät und recht lang. Die Vagina ist trocken.

Sie ist eine sehr zurückhaltende und wie es scheint selbstbewusste Person, der es sichtlich peinlich ist, über die Symptome zu sprechen.

145. Bartholonitis, rechts

144. Bartholonitis, links

Wie Sie in den meisten Fällen gesehen haben, habe ich immer beide Ohren behandelt. Meist sind die gestörten Segmente im Ohr sowieso unterschiedlich. Aber auch, wenn die gestörten Segmente beidseitig übereinstimmen, behandle ich beide Ohren.

Und noch etwas ist wichtig. Unabhängig von der Krankheitsbezeichung produziert jeder Patient ganz unterschiedliche Abbildungen im Ohr. Und das hat nicht nur etwas mit den unterschiedlichen Ursachen für eine Erkrankung zu tun, das ergibt sich auch aus der betrachteten Person und der individuellen Krankheitsentwicklung. Und da jede Behandlung die Prozesse im Körper beeinflusst und verändert ergibt sich bei der nächsten Behandlung auch ein völlig anderes Abbild im Ohr, so dass es sich notwendig macht, den Patienten vor jeder Behandlung neu zu betrachten. Niemals werden Sie das Therapiekonzept der vorigen Behandlung einfach wiederholen können.

 

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Stand:  Montag, 9. Oktober 2017